JavaScript und KI-Crawler: Warum ChatGPT Ihre Inhalte oft nicht sieht
Viele moderne Websites laden Inhalte erst per JavaScript im Browser. Google kann das darstellen, die meisten KI-Crawler aber nicht: Laut einer Auswertung von Vercel führen die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity kein JavaScript aus. Was nicht im ursprünglichen HTML steht, bleibt für ChatGPT, Claude und Perplexity unsichtbar. Abhilfe schaffen serverseitiges Rendering oder statisch erzeugte Seiten.
- Laut Vercel rendern GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot und PerplexityBot kein JavaScript.
- Gemini nutzt die Infrastruktur von Googlebot und kann JavaScript darstellen.
- Wichtige Inhalte gehören ins ursprüngliche HTML.
- Mit „Seitenquelltext anzeigen“ prüfen Sie das in Sekunden.
Was die Daten zeigen
„None of the major AI crawlers currently render JavaScript.“
Vercel, „The rise of the AI crawler“, Dezember 2024
| Crawler | Führt JavaScript aus? |
|---|---|
| OpenAI (GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User) | nein, lädt JS-Dateien aber teils als Text |
| Anthropic (ClaudeBot) | nein |
| Perplexity (PerplexityBot) | nein |
| Google (Gemini über Googlebot) | ja |
| AppleBot | ja, browserbasiert |
Vercel wertete dafür einen Monat Crawler-Anfragen im eigenen Netzwerk aus. Auffällig war außerdem, dass ChatGPT und Claude jeweils rund 35 % ihrer Abrufe auf Seiten mit 404-Fehler verschwendeten, Googlebot nur rund 8 %. Die Daten stammen von Ende 2024. Ob einzelne Anbieter inzwischen JavaScript ausführen, ist nicht öffentlich dokumentiert. Sicherer ist es, sich nicht darauf zu verlassen.
Welche Inhalte betroffen sein können
- Single-Page-Apps, die Inhalte erst im Browser zusammensetzen
- Preise, Produktdaten oder Bewertungen, die per Skript nachgeladen werden
- Tabs, Akkordeons und FAQs, deren Text erst per JavaScript eingefügt wird
- Inhalte hinter Cookie-Bannern oder Login-Hürden
- Texte in Bildern oder Canvas-Elementen
So prüfen Sie Ihre Seiten
- Im Browser „Seitenquelltext anzeigen“ öffnen (nicht die Entwicklertools) und nach einem Satz aus dem Haupttext suchen.
- JavaScript im Browser deaktivieren und die Seite neu laden: Was dann fehlt, sehen viele KI-Crawler nicht.
- Mit einem einfachen Abruf ohne Browser prüfen, zum Beispiel per curl, was der Server ausliefert.
- In den Server-Logfiles kontrollieren, ob KI-Crawler Ihre Seiten erfolgreich abrufen, siehe KI-Crawler in Logfiles erkennen.
curl -s -A "Mozilla/5.0 (compatible; GPTBot/1.0)" https://www.ihre-domain.de/seite/ | grep "Ein Satz aus dem Haupttext"
Lösungen
| Variante | Beschreibung | Für KI-Crawler |
|---|---|---|
| Serverseitiges Rendering (SSR) | HTML wird pro Abruf auf dem Server erzeugt | gut |
| Statische Seiten (SSG) | HTML wird vorab erzeugt | sehr gut |
| Clientseitiges Rendering (CSR) | Inhalte entstehen erst im Browser | problematisch |
| Hybrid | wichtige Inhalte im HTML, Interaktives per JavaScript | gut |
Klassische WordPress-Seiten liefern Inhalte in der Regel als fertiges HTML aus und sind daher meist unproblematisch. Kritisch sind vor allem Seitenbaukästen und Frameworks, die komplett im Browser rendern. Achten Sie außerdem darauf, dass FAQs und aufklappbare Inhalte im HTML stehen, siehe FAQ-Seiten für KI.
Wie sichtbar ist Ihre Marke? Der kostenlose Check zeigt, ob KI-Systeme Sie nennen.
Ähnliches gilt für Text in Bildern, siehe Bilder für die KI-Suche optimieren.
Begriff erklärt: Server-Side Rendering.
Siehe auch: Core Web Vitals.
Häufige Fragen
Sieht Google meine JavaScript-Inhalte?
Google rendert JavaScript in der Regel, allerdings manchmal mit Verzögerung. Für AI Overviews und Gemini ist das daher meist weniger problematisch als für ChatGPT oder Perplexity.
Ist meine WordPress-Seite betroffen?
Meist nicht, weil WordPress fertiges HTML ausliefert. Prüfen Sie aber Plugins, die Inhalte wie Bewertungen, Preise oder FAQs per Skript nachladen.
Reicht es, eine llms.txt anzulegen?
Nein. Die llms.txt ersetzt keine lesbaren Seiten, siehe llms.txt erstellen.
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