KI-Texte erkennen: Was Detektoren können und woran Sie KI-Texte erkennen
KI-Texte lassen sich nicht zuverlässig automatisch erkennen. Selbst OpenAI hat seinen eigenen KI-Detektor 2023 wegen zu geringer Genauigkeit eingestellt: Er erkannte nur 26 % der KI-Texte und stufte 9 % der menschlichen Texte fälschlich als KI ein. Hinweise geben eher inhaltliche Merkmale. Für Google zählt ohnehin die Qualität eines Textes, nicht wie er entstanden ist.
- KI-Detektoren liefern Wahrscheinlichkeiten, keine Beweise.
- OpenAIs eigener Detektor erkannte nur 26 % der KI-Texte.
- Typische Merkmale: allgemeine Aussagen, fehlende Belege, gleichförmiger Stil.
- Google bewertet Inhalte nach Qualität, unabhängig von der Erstellung.
Wie zuverlässig sind KI-Detektoren?
KI-Detektoren analysieren statistische Eigenschaften eines Textes, etwa wie vorhersehbar die Wortwahl ist. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Nachweis. Kurze Texte, überarbeitete KI-Texte und sehr formelle menschliche Texte führen häufig zu Fehlurteilen.
Wie schwierig die Aufgabe ist, zeigt ein Beispiel von OpenAI selbst. Das Unternehmen veröffentlichte im Januar 2023 einen Klassifikator, der KI-Texte erkennen sollte. Er identifizierte nur 26 % der KI-Texte korrekt und stufte 9 % der menschlichen Texte fälschlich als KI-generiert ein. Am 20. Juli 2023 nahm OpenAI das Werkzeug wegen der geringen Genauigkeit vom Netz.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Richtig erkannte KI-Texte | 26 % |
| Menschliche Texte fälschlich als KI eingestuft | 9 % |
| Eingestellt am | 20.07.2023 |
Woran Sie KI-Texte erkennen können
Keines dieser Merkmale ist ein Beweis. Treten mehrere zusammen auf, lohnt ein genauerer Blick:
- Allgemeinplätze: viele Aussagen, die für jedes Unternehmen gelten könnten.
- Fehlende Belege: Zahlen ohne Quelle oder Quellen, die es nicht gibt.
- Gleichförmiger Aufbau: ähnlich lange Absätze, immer gleiche Satzmuster.
- Floskeln: „In der heutigen schnelllebigen Welt“, „Es ist wichtig zu beachten“.
- Keine eigene Erfahrung: keine Beispiele, Fotos oder konkreten Details aus der Praxis.
- Sachliche Fehler: erfundene Fakten, sogenannte Halluzinationen.
Was Google zu KI-Texten sagt
Google hat im Februar 2023 klargestellt, dass die Suche hilfreiche Inhalte belohnt, unabhängig davon, wie sie erstellt wurden. Gegen Spam und manipulative Inhalte geht Google weiterhin vor, egal ob sie von Menschen oder mit KI erstellt wurden. Entscheidend sind also Qualität und Nutzen, nicht das Werkzeug.
Auch für KI-Systeme selbst gilt: Sie zitieren Inhalte, die eine Frage präzise und belegt beantworten. In der GEO-Studie der Princeton University erhöhten Zitate, Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit am stärksten. Mehr dazu im Leitfaden KI-Sichtbarkeit.
KI-Texte richtig einsetzen
- Fakten prüfen: jede Zahl und jedes Zitat an der Quelle kontrollieren.
- Erfahrung ergänzen: eigene Beispiele, Fotos und Ergebnisse einbauen.
- Quellen verlinken: Primärquellen mit Datum nennen.
- Autor nennen: eine verantwortliche Person mit Profil, siehe E-E-A-T.
- Transparent sein: den Einsatz von KI in redaktionellen Richtlinien offenlegen.
Häufige Fragen
Gibt es einen zuverlässigen KI-Detektor?
Nein. Alle Detektoren liefern nur Wahrscheinlichkeiten und machen Fehler in beide Richtungen. Selbst OpenAI hat seinen eigenen Detektor wegen geringer Genauigkeit eingestellt.
Straft Google KI-Texte ab?
Nicht grundsätzlich. Google bewertet Inhalte nach Qualität und Nutzen. Abgestraft werden Spam und Manipulation, unabhängig davon, ob sie mit KI erstellt wurden.
Sollte ich KI-Texte kennzeichnen?
Für Suchmaschinen ist das nicht vorgeschrieben. Transparenz stärkt aber das Vertrauen, etwa durch einen Hinweis in den redaktionellen Richtlinien. Für bestimmte Inhalte können rechtliche Kennzeichnungspflichten gelten.
Quellen
- OpenAI: New AI classifier for indicating AI-written text, 31.01.2023 (Nachtrag vom 20.07.2023)
- Google Search Central Blog: Google Search’s guidance about AI-generated content, Februar 2023